So können sich trockene Augen anfühlen
- Brennen, Stechen oder das Gefühl, etwas im Auge zu haben
- müde Augen beim Lesen oder am Bildschirm
- Sehen, das nach dem Blinzeln kurz klarer wird
- Rötung, Lichtempfindlichkeit oder verstärktes Tränen
- Kontaktlinsen, die zunehmend unangenehm werden
Die Beschwerden können schwanken. Wind, Klimaanlagen oder lange Bildschirmzeiten verstärken sie häufig. Auch ohne sichtbare Rötung können trockene Augen den Alltag erheblich belasten.
Warum Tränen allein nicht ausreichen
Der Tränenfilm muss die Augenoberfläche gleichmäßig benetzen und zwischen den Lidschlägen stabil bleiben. Dafür braucht er neben Flüssigkeit auch Bestandteile, die für Haftung und Verdunstungsschutz sorgen.
Die Meibom-Drüsen in den Lidern bilden den öligen Anteil. Funktionieren sie nicht richtig, verdunsten Tränen schneller. Bei anderen Menschen wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet. Häufig kommen mehrere Ursachen zusammen.
Lidränder, Drüsen und Hauterkrankungen
Verstopfte Liddrüsen und eine Lidrandentzündung treten oft gemeinsam auf. Rosazea kann auch die Augen betreffen, selbst wenn Hautveränderungen im Gesicht wenig auffallen.
Demodex-Milben kommen natürlicherweise an der Haut und den Wimpern vor. Wenn sie zu Beschwerden beitragen, braucht es eine gezielte Beurteilung. Typische Hinweise können Juckreiz, Beläge an den Wimpern und wiederkehrende Entzündungen sein.
Bildschirm, Kontaktlinsen und Schlaf
Am Bildschirm blinzeln viele Menschen seltener oder schließen die Lider nicht vollständig. Der Tränenfilm reißt dann schneller auf. Kontaktlinsen können die Benetzung zusätzlich beeinflussen.
Beschwerden direkt nach dem Aufwachen haben mitunter andere Auslöser: etwa einen unvollständigen Lidschluss oder Luft, die bei einer Schlafmaske mit Atemunterstützung in Richtung Augen strömt. Beschreiben Sie deshalb möglichst genau, wann Ihre Beschwerden auftreten.
Hormone, Medikamente und Vorerkrankungen
Hormonelle Veränderungen, etwa in den Wechseljahren, können die Tränenbildung beeinflussen. Auch Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom können eine Rolle spielen.
Nach einer Kataraktoperation oder einem Eingriff zur Korrektur der Fehlsichtigkeit können trockene Augen stärker auffallen. Informieren Sie uns über frühere Behandlungen und alle Medikamente. Setzen Sie verordnete Mittel nicht eigenständig ab.
Was bei der Untersuchung passiert
Wir betrachten die Augenoberfläche, die Lidränder und die Drüsenöffnungen. Je nach Fragestellung wird untersucht, wie schnell der Tränenfilm aufreißt, wie viel Tränenflüssigkeit vorhanden ist und ob Entzündungszeichen oder Veränderungen der Hornhaut bestehen.
Mit dem Oculus Keratograph 5M lassen sich der Tränenfilm und die Liddrüsen genauer beurteilen. Eine Meibografie zeigt die Struktur der Drüsen im Lid. Solche Bilder ergänzen Ihre Beschwerden und den klinischen Befund; sie ersetzen das Gespräch nicht.
Ein Behandlungsplan für Ihre Beschwerden
Die Basis können passende befeuchtende Tropfen, eine angeleitete Lidpflege, bewusstes Blinzeln und Veränderungen am Arbeitsplatz sein. Wenn Entzündungen, Demodex oder Rosazea beteiligt sind, werden diese gezielt berücksichtigt.
Bei verstopften Meibom-Drüsen kann eine Behandlung mit Wärme und kontrollierter Pulsation infrage kommen. In ausgewählten Fällen helfen kleine Verschlüsse der Tränenpünktchen, sogenannte Punctum Plugs, Tränen länger am Auge zu halten.
Liegt eine Lidfehlstellung vor, muss auch sie in die Planung einbezogen werden. Welche Schritte sinnvoll sind, hängt vom Befund und vom Ansprechen auf die bisherige Behandlung ab.
Was Sie langfristig erwarten können
Trockene Augen sind häufig eine länger bestehende Erkrankung. Das bedeutet nicht, dass Sie Beschwerden einfach hinnehmen müssen. Ziel sind angenehmere Augen, möglichst stabiles Sehen und weniger ausgeprägte Beschwerdephasen.
Eine überschaubare Routine, die Sie im Alltag einhalten können, ist meist hilfreicher als häufige Produktwechsel. Bei Kontrollen besprechen wir, was sich verbessert hat und was angepasst werden sollte.